Der Vorfrühling – Neubeginn im Jahreskreis

Himmelschluesserlweb

Noch ist es nicht Frühling, dennoch fühlen sich manche Tage schon so an.  Was wir im Winter an Plänen für dieses Jahr gefasst haben, keimt langsam, und darf die ersten zarten Blätter und Wurzeln zeigen. Genau so geht es auch in der Natur zu.  Die ersten Frühlingsboten strecken ihre Blätter ans Licht. Die Blüten der Frühlingsblüher erfreuen uns mit ihren leuchtenden Farben.
Nimm Dir Zeit, diese Farben zu sehen. Schau mal, ob Du Winterlinge findest. Und Krokusse, und die allgegenwärtigen Schlüsselblumen.  Koste eine Blüte von einem Himmelschlüsserl (wenn Du sie sicher identifizieren kannst), und nutze das reichhaltige saisonale Bärlauch-Angbot von den heimischen Bauernmärkten oder Gastronomiebetrieben.  Damit holst Du Dir die Energie für Deinen persönlichen Neubeginn aus der Natur.
Suche in der Au nach den verschiedenen Blütenfarben der Veilchen oder der Buschwindröschen.  Dadurch steigerst Du Deine Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsfähigkeit.  Beides ist wichtig um dadurch frühzeitig richtig auf Anzeichen in unserem Leben agieren zu können und damit Erfolg in Beruf und Privatleben zu haben.

Jetzt noch ein Tipp für die ganz Harten: Trau Dich! stelle Dich hinaus in den Frühlingsregen, und lasse die Natur die alten Verkrustungen des Winters von Dir abwaschen. Der Aufbruch von Tabus und Routinen lässt uns die Welt mit anderen Augen betrachten.

Viel Spaß!

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Trinkbare gelbe Farbtupfer – Löwenzahn ist KEIN Unkraut!

ja, ihr lest richtig.  Nicht nur essbar ist der Löwenzahn, da nämlich die jungen Blätter als Salat und die Blüten als Deko, auch verarbeiten kann man ihn gut.

Aber zuerst möchte ich noch anmerken: vor allem ist er eins: schön, gelb, eine Pflanze für Bienen, Hummeln und andere Bestäuber.  Also bittet rottet ihn in Eurem Rasen nicht aus, sondern lasst auch die Bienen naschen.

Wenn ihr ihn sammelt, dann achtet darauf, dass ihr wisst was auf der Wiese wo ihr ihn sammelt als Dünger verwendet wurde.  Manche Löwenzahlwiesen sind eigentlich Heu/Futteräcker, und die werden oft mit Jauche oder Mist gedüngt. Gerade zu der Zeit wo der Löwenzahn intensiv blüht.  Und – das muss man nicht wirklich mitessen oder?

Nebst dem altbekannten “Rörlsalat” mache ich immer aus dem Löwenzahn einen Sirup.  Hier ist das Rezept:

Löwenzahnblüten

frisch gesammelt, vormittags, aber schon bei abgetrockneter Wiese.

Ihr braucht in etwa  1 handvoll Löwenzahnblütenblätter.  Dabei ist es wichtig, dass so viel vom grünen Pflanzenteil wie möglich entfernt wird.

Löwenzahnblütenblätter

Farbsortiert ;-) nur die Blütenblätter kommen in den Kochtopf

Dazu kommt dann 1 L Wasser, und das ganze kocht in etwa 10 Minuten auf.  Dann die Blätter abfiltrieren und  500g Zucker zugeben. Einmal aufwallen lassen.  Abfüllen.

Das kochen ist keine Hexerei, was aber wirklich zeitaufwändig ist, ist das entgrünen der Blüten. Eine Fitzelarbeit die aber allemal lohnt.  Sowohl als Verdünnungssirup als auch als Sauce zu Fleisch oder als Salatdressing, besonders zu empfehlen als Dressing über Schafkäse (so gegessen bei Traubengarten Winkler!

Löwenzahnsirup fertig abgefüllt

habe fertig! Löwenzahnsirup fertig abgefüllt

 

Also viel Spaß beim Unkraut-Essen und Trinken!

 

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Wintergemüse: Topinambur

Ah, er ist ja nicht mehr wegzudenken, aus meinem Winter-Rohkost-Kopf. Topinambur wächst ja auch wie wild.

Als Pflänzchen im Garten macht er ganz schön was her, kleine Sonnenblümchen, ca 2 Meter hoch. Als solcherart hohes und schönes Gewächs ist er auch als schöne sommerliche Abgrenzung zum Nachbarn gut! Gärtnerisch braucht man gar keine großen Allüren zu haben um das Gemüse zu pflanzen, er wächst am Besten sich selbst überlassen.  Auf kleinen Räumen gut aufpassen, denn er vermehrt sich gut und gerne. Es ist fast nie nötig, die Topinamburstandorte nachzupflanzen, denn jedes Jahr treiben sogar noch die kleinsten im Boden gebliebenen Knöllchen aus. Er verträgt einige Trockenheit, aber zuviel Wasser und sehr dichter Boden sind für die Erntemenge abträglich.

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Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Topinambur#mediaviewer/File:Topinambur_Helianthus_tuberosus_2.jpg am 11.3.2015

Topinambur muss man im Herbst nicht aus der Erde nehmen und lagern, sondern kann ihn gut in den Beeten belassen. Solange die Erde nicht stocksteif gefroren ist, kann man Topinambur laufend graben. So bleibt er auch gut knackig, denn sogar in unserem relativ feuchten Erdkeller wird er schnell zäh, wenn man ihn nicht gleich verbraucht.  Es hilft aber, etwas zähe Knollen für 1-2 Stunden in kaltes Wasser einzulegen, dann werden sie wieder knackiger.

Topinamburknollen

Topinamburknollen

Unser Favorit beim Essen ist: frisch geraspelter Topinambur mit Kräutersalz.  Ganz ohne weiteres Schnickschnack. Einfach, gut und lecker, ein bisserl frischer Rohkostgeschmack in einer Zeit des Jahres, in der frisch und knackig sonst nur die selbergemachten Sprossen sind.

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Topinambur frisch gerieben mit Kräutersalz. Ich kann es gar nicht so schnell machen wie kind es mir wegisst.

Ansonsten füge ich ihn kurz vor dem Ende des Kochens bei Eintöpfen hinzu, oder streue ihn frisch geschnitten – ähnlich wie Schnittlauch im Sommer) über die Suppe. Aber auch eine Püree lässt sich aus  Topinambur machen, allerdings hat das Püree eine ganz andere Konsistenz als man es von Kartoffeln kennt – sehr wässrig. Ich mische also fast immer auch Kartoffeln dazu, dann hat man auch das seidige-matschige-namnamnam Gefühl im Mund.

 

Für den Topinambur ist übrigens jetzt schon Pflanzzeit! Viel Spass und Gutes Gelingen!

 

 

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Der Geschmack des Frühlings

An Tagen wie heute vermisse ich frisches Grün.  Der Winter dauert schon lange, und das letzte Grün, dass ich direkt aus dem Garten essen konnte, ist eine längst verblasste Erinnerung.

Aber es gibt ja noch Sprossen!  Diese stillen meinen Heißhunger nach Frühling, und sind nebenbei noch kleine Vitamin-Bomben. Frischer geht es kaum, denn die kleinen Pflänzchen werden ja sozusagen “lebend gegessen”.

SprossenBrot

Nam: Butterbrot mit gemischten Sprossen = Frühling auf den Geschmacksknospen

Es ist denkbar unkompliziert. Und einmal gilt die Ausrede: “ich habe aber keinen Garten, und auch keinen Balkon” einfach nicht. Denn alles was benötigt wird ist ein Glasgefäß. Zugegeben, ich habe mir einen Sprossenturm geleistet, aber heute würde ich mir schon Siebdeckel für normale Gurkengläser zulegen, wenn ich nochmal die Wahl habe.

SprossenSaatgut

Baumarkt vs Biomarkt. Preislich gewinnt BIO!

Saatgut für Sprossen kann fürs erste experimentieren schnell mal teuer werden, vor allem wenn man spezielles “Sprossen”-Saatgut verwendet das man im Baumarkt bekommt. Das ist mit zwischen 3 und 7 EUR pro Kleinportion (10 bis 30 g) für regelmäßiges Sprossenziehen nicht zu empfehlen.

Schon leistbar und noch dazu bio: Sonnentor und Alnatura führen ein ganzes Sortiment an relativ günstigen und dem Mengenbedarf angepassten Keimsaaten. Sowohl Einzelsorten, als auch gemischte Varianten. Der Preis: irgendwo zwischen 2 und 3 EUR pro 120 g. Das ist einer der wenigen Fälle wo es sich auszahlt nach den Bio-Produkten zu sehen, die dann sogar günstiger sind als die “normalen”.

Es ist allerdings gar nicht nötig spezielle Keimsaaten zu kaufen.  Die selbst geernteten Samen zB eines ausgesamten Brokkolis oder von Radieschen (viel Arbeit beim Reinigen) genügen vollkommen. Im Bio-Handel gekaufte Körner kann man auch gut keimen, so zum Beispiel auch Kichererbsen und Weizen oder Hafer. Da sinkt der Preis von einer Mahlzeit mit Sprossen gleich gewaltig!

SprossenKeimen

Kresse auf Unterlage, nach 2 Tagen

WIE wirds gemacht:  Im Sprossenturm hat es sich für mich bewährt bei kleinen Saaten wie Kresse ein Blatt Küchenpapier unterzulegen. Dann halten sich die Samen dort fest und werden beim regelmäßigen Schwemmen nicht beschädigt. Große Samen benötigen diese Hilfe nicht.

SprossenTropfen

Zwei- bis Dreimal Schwemmen am Tag nicht vergessen.

Dann  2-3 mal am Tag mit kaltem Wasser schwemmen und das Wasser abtropen lassen. Nach 3-7 Tagen, je nach Sorte:  ernten, gut waschen, essen.   Ob etwas schiefgegangen ist erzählt Dir Deine Nase. Denn aus einem angenehm erdigen Geruch entsteht bei mangelndem Wasser ein irrer Gestank. Also nicht aufs schwemmen vergessen!

SprossenSchuessel

Mahlzeit!

Jetzt noch was philosophisches:

Bei Sprossen ist eines meiner Argumente dagegen mich total vegan zu ernähren sehr sichtbar: Auch die Pflanzen die ich konsumiere sterben.  Bei Sprossen sehe ich das am besten.  Den Keimlingen kann ich jeden Tag beim wachsen zusehen, und ihren Kampf um Licht beobachten. Direkte Konkurrenz mit dem Nachbarn. Exposion von Grünmasse. Und das soll weniger lebenswertes Leben sein als tierisches?  Nun, für mich: nein. Und da ich ohne Nahrung nicht klar komme und die Bewertung nicht treffen möchte welches Leben denn mehr wert wäre entscheide ich mich klar dafür auch Fleisch und Tierprodukte zu konsumieren.

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Winterliche Besucher

Mögt ihr das auch so?  Am Fenster in der warmen Stube sitzen und dem bunten Treiben im kalten Garten zusehen?

AnflugGemischt

Gemischter Satz mit Stieglitz im Anflug

Winter für Winter stelle ich draussen die Futterhäuser auf, denn leider dürfen in den Gärten die Samenstände der Stauden kaum mehr den Winter über stehen bleiben, Hecken werden beschönt und begradigt, jedes abgestorbene Ästchen entfernt.  Würde dies unterbleiben, müssten unsere winterlichen Besuchern der Futterhäuser nicht von Sonnenblumensamen leben, sonder fänden mehr natürliches Futter vor.  Ausserdem würden sich die Insektenpopulationen vervielfältigen mehr Nützlinge einziehen, aber….

wir könnten dann natürlich nicht die schönen, eleganten, lustigen, streitenden, zwitschernden Geschöpfe vom Wohnzimmer aus Betrachten und uns an Ihnen Erfreuen!

 

Tag für Tag, besonders wenn die Temperaturen unter Null fallen, herrscht Hochbetrieb an unseren 3 Futterstellen, und am Boden rundherum.  Bei dem heurigen Schnee kann sogar ich mit meinen beschränkten fotografischen Kenntnissen die Tiere aufs Papier, beziehungsweise online bringen.

Amselpaar

Amselpaar

 

Mein Liebling im Garten ist die Amsel. Herr und Frau Amsel fressen am liebsten am Boden, auch gerne Äpfel.  Ausserdem tun sie sich am Komposthaufen gütlich.  Wenn sie sich mit anderen Paaren oder Einzelvögel um den Futterplatz streiten, gibt das manchmal einen Radau!

Amselherr

Herr Amsel

 

Amseldameboden

Frau Amsel

 

Amselstreit

Amselkrach

 

Finken kommen nur ans Futterhäuschen wenn sie am Boden nichts finden. Bevorzugt halten sie sich am Boden unter den Hecken auf, auch bei leichtem Schneefall oder einen dünnen Schneedecke finden sie am Boden noch genug Nahrung.

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Fink auf Nahrungssuche unter der Hecke

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Fink im Baum

Der Kleiber sucht seine Nahrung vor allem an altem Holz. Es ist irre faszinierend ihm dabei zuzusehen wie er/sie kopfüber die Bäume hinunterläuft und dabei ähnlich wie der Specht die Rinde aufbricht. Auch am Futterhäuschen sieht man ihn manchmal.

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Ein kopfüber Kleiber attackiert den Marillenbaum

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Am Vogelhaus

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Am Futtersilo – da sieht man besonders den grauen Mantel

Die Stieglitze bevölkern kommen immer in der Großgruppe, manchmal habe ich mehr als 20 Vögel gezählt.  Sie bevölkern dann vor allem den Boden unter dem Häuschen. Einige aber sitzen oben, und ich habe fast den Eindruck als würden die oben Sitzenden den unten Fressenden die Körner hinunterwerfen. Sie sehen mit den roten Augenumrandungen und gelben Flügelflecken auch richtig bunt aus! Angeblich sind die mit den größeren roten Schecken die Männchen.

StieglitzFutterhaus

Der obere ist der Körnerrunterschubser

StieglitzeamBoden

und unten wird in der Gruppe gepickt was das Zeug hält.

StieglitzamBoden

Die Zeichnung mit Rot und Gelb.

Die Grünlinge sind meist zu zweit hier. Die auffallende Färbung ermöglicht ein leichtes Erkennen.

GruenlingeZuflucht

Grünlinge rechts hinten, mit einem Spatz und einer Meise

Zwei Kernbeisserpaare finden unser Vogelhäuschen spitze! Wenn es sehr kalt ist kommen sie allerdings nie… warum weis ich nicht, vielleicht kann es mir ja jemand erklären?

KernbeisserFutterhaus

Kernbeisser

Die drei Buntspechte sind sowohl eine Pracht als auch eine Plage. Denn sie mögen nicht nur die Insekten in altem Holz, das hohl klingt, sondern auch die Insekten auf unserer hohl klingenden Fassade, in die sie dann gern ihre Bruthöhlen bauen möchten.  Sie suchen sowohl auf den Bäumen nach Insekten, als auch am Vogelhäuschen nach Körnern.

SpechtAttackeimSchnee

Angriff auf die alten Weiden!

Specht Altholz

Altholz mag der Specht am liebsten….

SpechtmitFlugmeise

Er peckt auch auf der Weide gern herum.

SpechtFutterhausFlugmeise

und mag sowohl das Futtersilo…

SpechtmitKorn

…..als auch das Futterhäuschen gern.

 

Das Rotkehlchen holt nur ganz kurz am Boden oder Futterhäuschen ein Korn, und fliegt dann in die Weide oder Birke, um dort in Ruhe zu essen.

Rotkehlchen2

Rotkehlchen

Ausserdem immer zu Gast -> und sicher die frechsten von allen – die Meisen. Vor allem Kohlmeisen, aber manchmal sogar eine einzelne andere, ich glaube dass es sich um eine Sumpfmeise handeln könnte.

KohlmeiseMauer

Kohlmeise

Last but not least – auf keinen Fall in ihrer schieren Anzahl – die Spatzen:

Spatzen

Bei Schneefall sieht es manchmal so aus, als würden sie sich unterm Dach verstecken!

Vordemschneeversteckt

unter Dach!

Nicht erwischt habe ich den Zaunkönig, der nur manchmal hier vorbeischaut. Ich möchte ihn blos noch erwähnen, weil er sooo einen lustigen Schwanz hat, richtig nach oben gebogen.

Liebt ihr es auch so sehr?  Habt ihr auch noch andere Vögel an euren Futterstellen und ein paar schöne Fotos davon?  Dann schickt sie mir doch, ich freu mich.

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Salzig und pfeffrig – Monarden-Kräutersalz

Kräutersalz herstellen ist ganz leicht, braucht aber Geduld und Muckis.

Was braucht man dafür: getrocknete Monardenblätter (ich habe mehrere Arten die ich gemischt getrocknet habe) und ein grobes Meersalz oder Salzstein der schon vorgebrochen ist (Das geht mit dem Hammer in einem Sack am besten).

Warum nehme ich diesmal Monarden?  Weil sie einen angenehm scharfen Geschmack haben. Dann spare ich mir viel Pfeffer – der ja nicht bei uns wächst. Die Blütenstrahlen werden jeweils ganz frisch gepflückt und gleich getrocknet. Wenn man Blüten nimmt die schon länger als einen Tag offen sind, verwelken sie bevor sie getrocknet sind….. und das mache ich natürlich im Sommer schon, damit ich  im Winter genug getrocknete Kräuter vorrätig habe. Ausserdem hat das Salz mit den Monardenblüten sooooooo eine schöne Farbe.

Monardengetrocknet

 

Und was mache ich dann damit?

Soviel Blüten wie ich zwischen Zeigefinger und Daumen nehmen kann in den Mörser. Dazu 3 Esslöffel Salz.

 MonardenkraeutersalzimMoerser

Und dann sind Muskeln und Ausdauer gefragt. Denn es dauert ein Weilchen bis alles schön klein ist.

 MKShalbfertig

MKSfertig

Abfüllen und Beschriften.

MKSabgefuellt

 

Ihr seht also, es ist ganz einfach!

 

Wichtig für mich ist es, immer nur so viel auf einmal zu machen wie ich brauche, denn viel Kräutersalz verbrauchen wir nicht. Und wenn ich immer nur eine kleine Portion mache, dann kann ich immer wieder eine neue Geschmacksrichtung ausprobieren.

Für Kräutersalze die mit Frischkräutern bereitet werden gilt das leider nicht …….. da hat man ja teils nur eine kurze Sammelsaison zur Verfügung, wie etwa beim bei uns beliebten Bärlauchsalz.

Viel Spass beim Ausprobieren.

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Wintergemüse: Pastinak

Also mit dem Pastinak ist das so eine Sache: für die einen ein Gaumenschmaus, für die anderen das Igitt-igitt-Gemüse schlechthin. Der Geruch beim Kochen erinnert manch einen an Schweiss – und das ist beim Essen eher abtörnend wenn man das nicht will.  Dennoch zählt Pastinak zu meinen all-time Favorites. Für mich ist der Geruch ja auch eher erdig-nussig ;-)

Lange vergessen feiert diese Wurzel jetzt wieder fröhliche Urstände. Sie erobert den Platz in den Regalen und Speiseplänen zurück. Seit ein oder zwei Jahren bekommt man die olle Knolle ja sogar schon im Supermarkt.

Früh im April muss man sie im Garten aussähen und darf dabei das Saatgut nicht mal eben ein Jahr liegen lassen, es keimt zuverlässig nur im ersten Jahr gut.  Dann allerdings ist die Pastinake unproblematisch. Einfach links liegen lassen, auchFrost verträgt die Knolle. Ab Mitte/Ende Oktober ab in den Keller auf ein Sandbett, oder einfach so ernten wie man sie verbraucht.  Das Kraut kann man wie Petersilienkraut auch einschaben, zu Pesto verarbeiten oder einem Kräutersalz hinzufügen. Die Wurzel ist bei niedrigen Temperaturen im Keller sehr lange lagerfähig, im Lagerkeller mit hoher Luftfeuchte problemlos bis ins Frühjahr.

Sie gibt nicht nur Gemüsesuppen einen besonderen Touch, sondern ist auch in allen Eintopf-Varianten  gerne gesehener Gast. Nicht so dominat wie Sellerie bringt das farblose oder leicht gelbliche Ding Kalium, Kalzium und Magnesium in die Teller, nicht zu vergessen die in anderen Umständen (aber so auch) wichtige Folsäure.

Aber nicht nur in der Suppe, auch als Püree, Schnitzel, oder Bratwürfel kann sie am Teller landen. In den Salat darf sie auch roh. Gerne mit einem Apfel gemeinsam geschabt, und mit Pimentkörnern abgeschmeckt. Hmmmmmmmm.

In der Kräuterhexenküche verwende ich die Wurzel im Winter bei Blasenentzündung, sie hat eine leicht harntreibende Wirkung. Sie ist auch beim Basenfasten eine wichtige Verbündete.

Alles in Allem: die alte Wurzel hat es ganz schön in sich. Nicht quadratisch, aber praktisch und gut.

 

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Scharfes für einen gesunden Winter

Das der Pfefferoni – sowohl als Gewürz als auch als Gemüse -  eine vorbeugende Wirkung gegen Erkältungen hat (weil er nämlich Capsaicin enthält, das “antioxidative, entzündungshemmende, schmerzlindernde, immunstärkende und appetitzügelnde” Wirkungen hat, also ein weiterer Wunderwuzzi der Kräuterwelt ist) ist den meisten Menschen geläufig.  Dennoch ist scharf essen nicht jederfrau’s Sache. Meine jedenfalls nicht.  Denn egal was ich anstelle, ich schaffe es einfach nicht eine Chili im Garten zu haben, von der ich auch nur ein Milimeterstückchen selber essen könnte.  Schärfegrad: zu scharf. Auch beim schneiden gilt da Handschuhpflicht !

Also führen die geernteten Chilis meist ein einsames Dasein in meinem Gewürzlädchen, bis ich sie irgendwann verschenke, damit sie denn auch verwendet werden. Desgleichen die guten eingelegten Pfefferoni.  Jedes Jahr wieder nehme ich mir vor sie von meinem Anbauplan zu streichen, aber immer findet wieder ein Pflänzchen seinen Platz. Ich kann dann doch nicht ein kleines Pflänzchen auf den Kompost schmeissen oder?  Nur bei akuter Verkühlung erinnere ich mich wieder daran, dass ich ja noch Chili habe.  Und lasse mir die Nase ordentlich durchputzen.

Auch in den Salben lasse ich den Chili lieber sein und verwende im Winter lieber den Zimt als durchblutungsfördernde Zutat. Den habe ich zwar nicht aus dem eigenen Garten, aber er ist wesentlich einfacher zu dosieren.

Seit zwei Jahren aber habe ich auch noch eine gute und für mich bestens geeignete Alternative gefunden:  Die Kapuzinerkresse.

Kapuzinerkresseseitlich

Die Pflanze ist nicht nur wegen ihrer tellerförmigen kreisrunden Blätter und orangerot bunten Blüten sehr dekorativ anzusehen, sondern auch noch schattengeeignet.  In meinem Garten ein absolutes Plus. Im April in Töpfchen vorgezogen hat man in 3 Wochen die ersten erntbaren Blätter, und von 1 Pflanze mehr Ernte als man selbst essen kann.  Rankende Varianten verzieren garantiert jeden Gartenzaun.  Einfach ein Hingucker.

Hier hat eine aus dem Beet entfernte Pflanze beschlossen mir doch den Komposthaufen zu verschönern.

Kapuzinerkressekompost1

Wichtiger noch: der Nutzwert dieser schönen Pflanze: Die enthaltenen Senfölglykoside wirken antibakteriell, vielleicht sogar antiviral und pilztötend, sowie schleimhautlösend.  Auf gut deutsch:  gegens husten und schniefen, zum auslösen der Mens und bei Pilzproblemen in selbiger Region aber auch bei Blasenproblemen isst man oder frau die schönen Blüten und Blätter im Salat, im Aufstrich oder als Pesto. Oder einfach so. Weil es lecker ist und schön und zur Vorbeugung sozusagen.

Bei Muskelkater oder heftigen Muskelspannungen kann ein Brei direkt auf die Haut angewendet werden – nur bitte vorher kleinflächig checken ob ihr das vertragt!

 

Eine besonders anregende Mahlzeit

Nicht umsonst heisst es “Scharfmacher”!   Das ganze scharfe Zeugs hat  noch einen Effekt, der zwar auch unter Heilwirkung fällt, aber gern mal totgeschwiegen wird. Aber ein gesundes Erleben von Lust gehört auch zur Gesundheit.  Wenn schon nicht zur körperlichen, dann jedenfalls zur seelischen. Und da helfen scharfe Sachen mal als Anreger – so man sie nicht täglich isst, sondern nur punktuell anwendet.

 

Ausserdem ist der schwarze Rettich nicht zu vernachlässigen. Vor allem im Winter hat man die frische Kapuzinerkresse oft nicht zur Hand, aber der Rettich ist reif und gut lagerfähig.  Falls man keinen geeigneten Lagerraum hat kann man den gepressten Rettichsaft tieffrieren, oder einen Hustensirup aus den Wurzeln zubereiten.  Wie das funktioniert werde ich die Tage mal dokumentieren.

 

 

Disclaimer: Es gilt wie immer die Selbstverantwortung. Bitte immer den Arzt oder Apotheker des Vertrauens fragen! Meine persönliche Erfahrung stimmt nicht immer mit der Lehrmeinung der Schulmedizin oder von sonstjemandem überein!

 

 

 

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“Esst mehr Äpfel” versus “Faire Preise”

Ja, er ist schon vorbei, der große Aufschrei der Politiker und Medien in Folge der russischen Importbeschränkungen.  Noch immer aber kursiert in meinem Umkreis folgende Aussage:

Wir müssen mehr Äpfel essen, damit wir unsere Landwirtschaft unterstützen! 

Was ich dazu dann dazu gefunden habe als ich es genauer wissen wollte hat mich erstaunt. Das mit Lebensmitteln politische Panikmache betrieben wird ist nichts Neues.

Das wir uns aber nicht mal mit Äpfeln selbstversorgen könnten steht nicht in der Zeitung.

Gefühltermaßen leben wir ja im Land der unendlichen Möglichkeiten. Weite Felder. Ausgedehnte land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen. Man hört von Milchseen und Butterbergen. Von Lebensmittelmüll. Und eben von den vielen Äpfeln die momentan NICHT nach Russland verkauft werden können.

Bei Äpfeln erreicht Österreich tatsächlich einen Versorgungsgrad von 91 %. Im Klartext: Österreich importiert mehr Äpfel als es exportiert. (Das einzige Obst überhaupt wo wir eine Überversorgung erreichen scheinen Kirschen und Weichseln zu sein). Die Versorgungsbilanz der Statistik Austria könnt ihr hier öffnen.  Anderen EU-Länder geht das zugegebenermaßen anders! Allerdings haben deren Landwirtschaftsminister die Einwohner auch nicht zum Äpfelkonsum aufgefordert.

Obwohl wir also weniger Äpfel haben als wir benötigen lassen heuer einige Landwirte das Obst auf den Bäumen und in den Plantagen.  Das Ernten zahlt sich nicht aus. Warum?  Weil der Erntehelfer und die Logistik mehr Geld kosten als der Landwirt unterm Strich für das Obst bekommt.  Und ehrlich: wenn ich draufzahlen müsste um mein Obst loszuwerden, dann würde ich es auch am Baum hängen lassen. Aktionen wir “Rettet die Äpfel”  finde ich gut – sie gehen aber am Gesamtproblem vorbei.

Dazu möchte ich mir gar nicht überlegen, wie viele Äpfel der Bäume in Hausgärten, und Strassenbegleitpflanzungen sowieso NIE beerntet werden! (Damit dürfte klar sein: die ausgewiesene Produktionsmenge der Statistik Austria enspricht sicher nicht dem, was in Österreich an Äpfeln auf den Bäumen wächst, sondern nur dem was auch tatsächlich auf den Markt gebracht und statistisch erfasst wurde.) Zusammen mit dem Wissen, dass Landwirte von der EU fürstlich dafür entlohnt wurden ihre Bäume umzuschneiden und kein Obst mehr anzubauen stinkt das zum Himmel.

Und warum regt mich das jetzt so auf?

1) der Umweltgedanke: Es mag naiv sein, aber es ist ziemlich unsinnig alles was man mengenmäßig aus dem Land geschickt hat wieder reinzuholen. Mag ja sein, dass es im Frühjahr keine frischen Äpfel gibt, nur ist die Lagerhaltung schon so gut, dass ich fast keinen Unterschied zu den im September verkauften feststellen kann! Dieses CO2 lässt sich sparen.

2) die Arbeitsplätze:  Wenn ich selbst Äpfel auflese, wasche, sortiere, verarbeite, kann ich gar NIE soviele Äpfel pro Stunde auflesen und kundengerecht verpacken, dass ich einen marktkonformen Preis erreiche. Und da habe ich noch gar nicht berücksichtigt, dass ich dafür erstmal Land brauchen, plus den Geld- und Zeiteinsatz der notwendig ist um einen Apfelbaum bis zum Tragen zu begleiten.
Ein hoher Automatisierungsgrad beim Waschen und Verpacken macht die derzeitigen Preise erst möglich. Erntehelfer sind kaum mehr gefragt, und sie verdienen oft einen Lohn, für den die meisten Mittelklasseverdiener nicht mal aus dem Bett aufstehen würden.

3) der Automatisierungsgrad entfremdet Produzent und Konsument: Wenn ich aber als Landwirt meinen Kunden gar nicht mehr zu sehen bekomme und auch mein Produkt kaum mehr in der Hand haben muss -> wie groß ist die Gefahr dann eher auf Konzernforderungen einzugehen? Nur mehr Äpfel zu verkaufen die Standardmaße haben. Und Standardgeschmack. Mit Standardspritzmitteln und Standardhaltbarkeitsbeschichtung?  Denn als Produzent bin ich dem Konsumenten keinerlei Rechenschaft mehr schuldig. Ich verkaufe an eine graue, anonym bleibende Masse. Ohne Rückmeldung.

4) der Preis: Kluge Äpfel bekomme ich derzeit im Supermarkt um EUR 0,85 pro Kilo. Der Durchschnittspreis den ein Landwirt im Jahr 2013 für 1 kg Äpfel Klasse I bekommen hat liegt bei EUR 0,53. Industrieäpfel lagen bei 14 ct – für heuer habe ich keine Zahlen, kolportierterweise für Industrieäpfel 4-6 ct.
Ein fairer Preis sieht tatsächlich anders aus. Im Bereich Bio-Landwirtschaft bekommt man die Äpfel um in etwa 2-3 EUR pro Kilogramm direkt ab Hof. Was der Preis wäre der tatsächlich notwendig wäre um ein gutes Produkt mit echten Menschen herzustellen?  Keine Ahnung denn:

5) das Fördersystem: leisten können sich das die meisten Landwirte nur, weil sie aus diversen Töpfen hohe Förderungen bekommen. Sowohl für den Anbau, die Anbauweise, als auch manchmal Ausgleichszahlungen für Ernte die NICHT eingebracht wird.

Was wir brauchen ist ein geändertes Kaufverhalten!

Ja, ich geb zu, das ist schwierig. Wer zahlt gerne 3 EUR pro Kilo wenn er’s auch um 50 ct kriegen kann?  Das Bewusstsein was das echte Problem ist, ist nicht vorhanden. Und das Problem ist nicht, dass wir in Österreich zu viele Äpfel hätten.  Mit dem Kassenzettel bestimme ich täglich/wöchentlich welche Produkte die Märkte einkaufen.
Also verzichte ich auf importiere Waren. Kaufe österreichische Produkte.  Falls möglich direkt vom Bauern. Und wenn sich mir viele Leute anschliessen, dann werden die Landwirte in den nächsten Jahren auch die Äpfel vom Baum holen können, die sie heuer dort verfaulen lassen.

Habe ich etwas falsch verstanden oder bist Du anderer Meinung?  Dann schreib mir gern einen netten Kommentar.  Ich möchte über alle Gesichtspunkte dieses Problems nachdenken können!

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Hallo Sham-pasta! oder: Haarwäsche für Puristen

Ja, es ist schon fast ein alter Hut. Haare können auch ganz ohne Chemie und Schaumzeugs sauber, gut duftend, glänzend und weich werden.

Seit Jahren geht es um, das No-poo Movement. Auf gut Deutsch also Waschen ohne Shampoo. Und ja, ich hab es ausprobiert!  Hier mein Erfahrungsbericht:

ALSO: es gibt mehrere Möglichkeiten…….wie immer.  Die Variante ganz ohne Shampoo hat bei mir nicht funktioniert – auch mit Trockenshampoos hatte ich meine liebe Not.

Hier ist mein Favorit.  Einfach, schnell, unkompliziert, fast keine Vorbereitungszeit – und es ist noch dazu irre günstig!

Das Rezept ist so einfach wie schnell: 1-2 Esslöffel Heilerde mit 1 Esslöffel Essig und etwas Wasser anrühren. Bei extrem trockenen Haar etwas Sonnenblumenöl dazugeben. Bei sehr fettigem Haar den Essiganteil erhöhen.  Bei Lust und Laune füge ich der Sham-pasta noch 1 Tropfen ätherisches Öl für den guten Duft hinzu. Kräuter-Enthusiasten können  natürlich statt des Wassers zum Beispiel auch ein Holunder- oder Lavendel- Hydrolat nehmen.

Als Glanzspülung nehme ich selbst angesetzten Brennesselessig (Brennessel in Apfelessig ca 2 Wochen hell ansetzen, 1:1 mit Wasser verdünnen). Möglich ist aber auch ein 24 Stunden in Wasser eingeweichter Leinsamen -  das Gel abseihen und als Spülung verwenden.

Und wie jetzt?

  • Haare gut nassmachen
  • Paste gut einmassieren
  • In etwa 10 Minuten wirken lassen
  • Gut auswaschen
  • Glanzspülen
  • Fertig

Die ersten paar Male waschen ist damit zu rechnen, dass sich die Haare erstmal rauh und trocken anfühlen. Dann ist es wichtig die Haare täglich gut zu bürsten. Macht mal ruhig 100-200 Bürstenstriche vom Ansatz bis in die Spitzen. Täglich! Dadurch verteilt sich das natürliche Fett der Kopfhaut gut und schützt die Haare wieder.

Als Erste Hilfe könnt ihr ein paar Tropfen Oliven- oder Mandelöl in die Spitzen reiben, falls das Haar zu trocken und rauh ist.

Das Einpendeln dauert ca. 2-4 Wochen, je nachdem wie lange ihr vorher mit der chemischen Keule gewaschen habt. Bei mir war nach 2 mal Waschen alles gut.

Tipps und Tricks:

  1. Experimentiert mit der Dicke der Pasta. Nicht zu wenig Flüssigkeit verwenden, denn dann verteilt es sich nicht schön – und nicht zuviel denn dann rinnt das gute Zeug in den Abfluss und haftet nicht schön in den Haaren.
  2. Durch Verwendung einer Bürste mit echten Borsten verteilt sich das Hautfett besser und einfacher – das heißt weniger Aufwand beim bürsten.
  3. Tolle Rezepte für irre selbstgemachte Shampoos und Sham-pasten findet ihr zum Beispiel im Buch: Grüne Kosmetik.   HIER  gibt es einen weiteren Erfahrungsbericht, und ein sehr gutes Buch-Review.
  4. Durch experimentieren mit dem Essig- und Öl-Anteil in der Sham-pasta und der Einwirkzeit lässt sich das Ergebnis optimieren. Je weniger Einwirkzeit und weniger Essig desto weniger Fett wird aus den Haaren genommen.
  5. Bei regelmäßigem Bürsten lassen sich die Abstände in denen ich mir die Haare wasche deutlich erhöhen. Momentan wasche ich etwa alle 3 Wochen.

Ich wünsche allen experimentierfreudigen Jungs und Mädels ein gutes Gelingen!

 

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