Scharfes für einen gesunden Winter

Das der Pfefferoni – sowohl als Gewürz als auch als Gemüse -  eine vorbeugende Wirkung gegen Erkältungen hat (weil er nämlich Capsaicin enthält, das “antioxidative, entzündungshemmende, schmerzlindernde, immunstärkende und appetitzügelnde” Wirkungen hat, also ein weiterer Wunderwuzzi der Kräuterwelt ist) ist den meisten Menschen geläufig.  Dennoch ist scharf essen nicht jederfrau’s Sache. Meine jedenfalls nicht.  Denn egal was ich anstelle, ich schaffe es einfach nicht eine Chili im Garten zu haben, von der ich auch nur ein Milimeterstückchen selber essen könnte.  Schärfegrad: zu scharf. Auch beim schneiden gilt da Handschuhpflicht !

Also führen die geernteten Chilis meist ein einsames Dasein in meinem Gewürzlädchen, bis ich sie irgendwann verschenke, damit sie denn auch verwendet werden. Desgleichen die guten eingelegten Pfefferoni.  Jedes Jahr wieder nehme ich mir vor sie von meinem Anbauplan zu streichen, aber immer findet wieder ein Pflänzchen seinen Platz. Ich kann dann doch nicht ein kleines Pflänzchen auf den Kompost schmeissen oder?  Nur bei akuter Verkühlung erinnere ich mich wieder daran, dass ich ja noch Chili habe.  Und lasse mir die Nase ordentlich durchputzen.

Auch in den Salben lasse ich den Chili lieber sein und verwende im Winter lieber den Zimt als durchblutungsfördernde Zutat. Den habe ich zwar nicht aus dem eigenen Garten, aber er ist wesentlich einfacher zu dosieren.

Seit zwei Jahren aber habe ich auch noch eine gute und für mich bestens geeignete Alternative gefunden:  Die Kapuzinerkresse.

Kapuzinerkresseseitlich

Die Pflanze ist nicht nur wegen ihrer tellerförmigen kreisrunden Blätter und orangerot bunten Blüten sehr dekorativ anzusehen, sondern auch noch schattengeeignet.  In meinem Garten ein absolutes Plus. Im April in Töpfchen vorgezogen hat man in 3 Wochen die ersten erntbaren Blätter, und von 1 Pflanze mehr Ernte als man selbst essen kann.  Rankende Varianten verzieren garantiert jeden Gartenzaun.  Einfach ein Hingucker.

Hier hat eine aus dem Beet entfernte Pflanze beschlossen mir doch den Komposthaufen zu verschönern.

Kapuzinerkressekompost1

Wichtiger noch: der Nutzwert dieser schönen Pflanze: Die enthaltenen Senfölglykoside wirken antibakteriell, vielleicht sogar antiviral und pilztötend, sowie schleimhautlösend.  Auf gut deutsch:  gegens husten und schniefen, zum auslösen der Mens und bei Pilzproblemen in selbiger Region aber auch bei Blasenproblemen isst man oder frau die schönen Blüten und Blätter im Salat, im Aufstrich oder als Pesto. Oder einfach so. Weil es lecker ist und schön und zur Vorbeugung sozusagen.

Bei Muskelkater oder heftigen Muskelspannungen kann ein Brei direkt auf die Haut angewendet werden – nur bitte vorher kleinflächig checken ob ihr das vertragt!

 

Eine besonders anregende Mahlzeit

Nicht umsonst heisst es “Scharfmacher”!   Das ganze scharfe Zeugs hat  noch einen Effekt, der zwar auch unter Heilwirkung fällt, aber gern mal totgeschwiegen wird. Aber ein gesundes Erleben von Lust gehört auch zur Gesundheit.  Wenn schon nicht zur körperlichen, dann jedenfalls zur seelischen. Und da helfen scharfe Sachen mal als Anreger – so man sie nicht täglich isst, sondern nur punktuell anwendet.

 

Ausserdem ist der schwarze Rettich nicht zu vernachlässigen. Vor allem im Winter hat man die frische Kapuzinerkresse oft nicht zur Hand, aber der Rettich ist reif und gut lagerfähig.  Falls man keinen geeigneten Lagerraum hat kann man den gepressten Rettichsaft tieffrieren, oder einen Hustensirup aus den Wurzeln zubereiten.  Wie das funktioniert werde ich die Tage mal dokumentieren.

 

 

Disclaimer: Es gilt wie immer die Selbstverantwortung. Bitte immer den Arzt oder Apotheker des Vertrauens fragen! Meine persönliche Erfahrung stimmt nicht immer mit der Lehrmeinung der Schulmedizin oder von sonstjemandem überein!

 

 

 

Veröffentlicht unter Garten, Herbst, Kräuter

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